Das Gericht des gelobten Rechtsstaates

Das Gericht des gelobten Rechtsstaates

Arber Shabanaj

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DRM: Wasserzeichen

ISBN-13: 9783740743901

Verlag: TWENTYSIX

Erscheinungsdatum: 19.10.2018

Sprache: Deutsch

Farbe: Nein

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Als ich im August 1991 als Vertriebener nach Deutschland kam, ließ ich politische Anfeindungen, Ungerechtigkeiten und Demütigungen, die ich in meiner Heimat erfahren musste, hinter mir. Hier in meiner neuen Heimat würde es mir besser ergehen. So dachte ich.

Ich komme in einen Rechtsstaat, in dem die Würde des Menschen als unantastbar gilt, wie es Artikel 1 des Grundgesetzes aussagt und in dem alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind. Damals war ich von diesen Vorstellungen überzeugt, geriet jedoch im Verlauf meines Lebens in diesem Staat in einigen Fällen in starke Zweifel und wurde dadurch auch sehr enttäuscht.

Die Erlebnisse, die diese Zweifel und Enttäuschungen verursachten, habe ich in vier Tatsachenberichten festgehalten, die in diesem Band zusammengestellt wurden.

Einmal handelt es sich um die schrecklichen Erlebnisse bei der Geburt meines Sohnes. Mein inzwischen 4-jähriger Sohn leidet noch heute unter den Nachwirkungen der Fehler, die in der Klinik gemacht wurden, die jedoch keiner der Beteiligten je zugeben würde.

Erschreckend war für mich auch, welchem Stress Kinder in diesem Land ausgesetzt werden, bevor sie Schule und Unterricht kennenlernen konnten. Bei Kindern, die sehr wohl mit der deutschen Sprache vertraut sind, wird der sog. Sprachstand (Deutschsprachkurs) überprüft. Die noch nicht schulpflichtigen Kinder werden somit einer Prüfungssituation ausgesetzt, der sie möglicherweise psychisch überhaupt nicht gewachsen sind.

In dem 3. Teil des Buches geht es darum, aufzuzeigen, wie schwer bzw. unmöglich es sein kann, berechtigte Forderungen vor einem deutschen Gericht einzuklagen. Ich habe den ganzen Prozessverlauf mit den erforderlichen Hintergrundinformationen zusammengestellt, so dass der Leser einen umfassenden Eindruck gewinnen kann.

Im Mittelpunkt der Geschichte Liebe - gründet, bildet aus -, primärer Emigrant stehen die Sorgen und Nöte einer Vertriebenenfamilie, die in Deutschland erleben muss wie sie durch bürokratische Maßnahmen, von denjenigen imponiert, die in ihrem Herzen ein deutschsein für sich reklamieren und die anderen abschotten wollen, schikaniert wird.

Bei genauer Betrachtung muss man leider feststellen, dass nicht die Stärke des Rechtes, sondern das Recht des Stärkeren siegt, und es wird sicher auch verständlich, warum ich meine Überzeugung, hier in einem Staat zu leben, in dem das Recht jedes Menschen Berücksichtigung findet, zumindest teilweise revidieren musste.
Arber Shabanaj

Arber Shabanaj

Ich wurde 1970 in Gjakovë geboren und bin in einer mehrköpfigen Familie aufgewachsen. Mein Vater unterrichtete Albanisch und Geschichte und war Schuldirektor, meine Mutter war eine tüchtige und sehr umsichtige Hausfrau.

Mein Vater zählte zu den ersten Kosova-Albanern, die nach dem Zweiten Weltkrieg die Fachhochschulreife erlangen konnten. Das albanische Volk bestand damals aus Analphabeten und verfügte nicht einmal über das Recht auf Bildung. Die jugoslawische Okkupationsmacht war bestrebt, alles, was mit dem Bildungswesen der Albaner in Verbindung stand, zu untergraben.

Ich war ein guter Schüler und erlangte schließlich die Fachhochschulreife mit den Schwerpunkten Biologie und Medizin. Danach wurde ich an der Juristischen Fakultät der Universität von Prishtina als regulärer Student angenommen. So studierte ich jene Rechte, die den Albanern vorenthalten wurden. Ich damals als 22-Jährige hatte mich für die Unabhängigkeit des Kosovo eingesetzt, war von jugoslawischen Sicherheitskräften überfallen und gefoltert worden und brach mein Jurastudium ab.

Als wir Abschied nahmen, gab mein Vater mir folgende Sätze mit auf den Weg: `Arber! Im Herzen der Deutschen ist ein Platz für dich. Das Volk ist groß und hat wenige Freunde! Es war aber bisher die Arbeitsmaschinerie und die Kreativitätslokomotive für ganz Europa.´

Im August 1991 emigrierte ich nach Deutschland. Am Anfang hatte ich es, wie viele politisch Vertriebene, unglaublich schwer, und der Ausdruck `Odyssee´ wäre bei Weitem zu schwach.

Ich musste 16 Jahre lang, ohne einen vernünftigen Aufenthaltstitel auskommen, obwohl ich mich dank meiner integrativen Kraft exzellent zurechtgefunden und währenddessen, hier, regelmäßig in einem Arbeitsverhältnis gestanden hatte.

2006 wurden - nach einer langen Reihe unterqualifizierter Arbeits- und Beschäftigungsangebote - schließlich meine Zeugnisse und die damit verbundene Fachhochschulreife anerkannt.

Nun freue ich mich, auf Deutsch zu schreiben, und ich gewinne das Deutschland, in dem ich lebe und arbeite, als neue Heimat sehr lieb. Man möchte vielleicht anfügen: Das Deutschland, in dem ich nach fast drei Jahrzehnten wieder meiner Liebe, dem Bücherschreiben, nachgehen kann!


Arber Shabanaj

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